Im Gespräch mit Michaela Huber sprechen wir über innerfamiliären Missbrauch und darüber, warum „Familie“ als Schutzraum für Betroffene oft zur gefährlichsten Bühne wird. Sie erklärt, wie sich Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse in Bindung einschreiben, warum Schweigen und „Nicht-Realisieren“ die Folgen verschärfen können und welche Muster sich bis ins Erwachsenenleben ziehen. Besonders eindrücklich wird dabei, wie Körper und Nervensystem erinnern und was Menschen hilft, wieder ein Gefühl von Sicherheit, Selbstwert und tragfähiger Beziehung zu entwickeln, ohne sich selbst zu verraten.
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Michaela Huber ist eine internationale Traumaexpertin. Seit 40 Jahren bildet sie Ärzte und Therapeuten in der Diagnostik und Behandlung von Betroffenen mit Stress und Traumafolgestörungen weiter. Für Ihr Engagement für schwer traumatisierte Menschen, den Mitaufbau von Psychotrauma-Zentren und die Vernetzung von KollegInnen wurde Michaela Huber das Bundesverdienstkreuz verliehen. 1997 erhielt sie als allerste Frau und als erste “Awardträgerin außerhalb der USA” den „International Distinguished Achievement Award“ für ihre Fortbildungen und Fachpublikationen zum Thema Traumafolgestörungen. 2011 wurde Frau Huber der Bertha-Pappenheim-Preis verliehen. Sie erhielt den „Global Healthcare & Pharma Award“ für das beste psychologische Ausbildungs- und Trainingsprogramm in Europa. 2024 wurde Ihre Akademie als bester „Stress- und Trauma Related Disorder Education & Training Provider“ in Europa ausgezeichnet. Der „Women World Award 2023″ (USA) wurde Michaela Huber für „Forschungen in der Stress- und Traumatherapie sowie die Entwicklung moderner Behandlungsmethoden“ verliehen. Der Mental Health Award 2023“ für ihre therapeutische Lebensleistung. Auf grund der therapeutischen Qualität ihrer Impulsworkshops und Retreats erhielt die MH Akademie den Titel „Best Mental Health Akademy 2024“ Frau Huber war bereits als Psychotraumatologin im Kosovokrieg im Einsatz und ist jetzt in Folge des Ukrainekriegs für traumatisierte Mädchen und Frauen tätig.
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41 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Danke , dass du Michaela Huber eingeladen hast und dieses wunderbare, so viele Aspekte berücksichtigende Interview mit ihr führen konntest. Es ist so wertvoll, Michaela Hubers Erkenntnisse aus so vielen Jahren therapeutischer Arbeit zu hören und ich bin dankbar für ihr motivierendes „Begnüge dich nicht!“
Das freut mich aber sehr, liebe Marion 😊🙏
Vielen Dank für dieses erhellende, klare, tolle Interview mit dieser erfahrenen Trauma- Expertin!
So gerne, liebe Maria ❤️
Und ich möchte noch mal an dieser Stelle dir ganz ganz herzlich danken Katharina, dass du so wunderbare Gespräche führst, so lebendige Fragen stellst, mit deinem ganzen echten Wesen dabei bist, eine so bunte Vielfalt an Gesprächspartnern auswählst, zb solch super versierte und langjährig erfahrene wie hier Frau Huber, und überhaupt, dass du so einen Kongress auf die Beine stellst! Mir wird ganz warm ums Herz beim lauschen und mitfühlen vor allem gerade in diesem Gespräch! Wie schön, dass trotz dieses schweren und heftigen Themenbereiches auch Leichtigkeit gespürt werden darf❤️🙏❤️
Oooooh, ich danke dir ja so sehr für deine Rückmeldung. Da muss ich erstmal drauf klarkommen 😅
Ich freue mich wirklich ganz doll darüber. Vielen Dank, dass du da bist! ❤️
Danke für dieses berührende Gespräch! Es ist für mich als früher Rebell zunächst beruhigend hier durch frau Huber auch Mitgefühl zu erfahren. Leicht war dieser Weg nicht, vom Opfer vorgeburtlicher und frühkindlicher Gewalt auf vielen Ebenen, selbst schon sehr früh zur Täterin zu werden. Und Schicht für Schicht, auch früh beginnend, aus dieser Spirale aus Selbsthass, Selbst- und fremdverletzung uswusw letztlich heraus zu gelangen. Ich glaube für eine echte und tiefe Heilung auf kollektiver Ebene, und natürlich auch beim Einzelnen, ist es sehr wichtig, dass auch Täter innen beginnen in sich Heilung zu suchen. Ich geh mal davon aus, dass die meisten Täter irgendwann auch Opfer waren. Die nicht nur die Schuld und die Scham darüber empfinden, was Ihnen angetan wurde, sondern genauso auch darüber, was sie anderen angetan haben. Solange das jedoch im Dunkeln verborgen und unterdrückt bleibt, auch aus Angst vor Verurteilung, kann diese Seite der Verstrickung von Opfer und Täter nicht im größeren Kontext gesehen und geheilt werden. Menschen wie Frau Huber, die neutral, und mit einer gesunden Portion Humor, der gerade in so dramatischen Bereichen über – lebensnotwendig ist, auf das Geschehen schauen, tragen wesentlich zur ganzheitlichen Heilung bei. Ich kann nur Danke sagen! Mögen wir alle Heilung erfahren ❤️
VIELEN VIELEN LIEBEN DANK***
Auch ich habe sehr vieles wiedergefunden – und zT durch die Formulierungen von Michaela Huber etwas klarer einordnen können*** Ich werde mir auf jeden Fall einiges mehr von ihr /Ihnen anhören und lesen …
Ihr Hinweis, Beziehung zu wagen, berührt mich, da ich jetzt eine ganze Zeit lang großen Abstand davon gehalten habe bei gleichzeitiger leiser Sehnsucht im Hintergrund. Nach früherem von einer in die nächste stürzen UND der jetzigen Distanzzeit wird der richtige Zeitpunkt kommen, dass ich es wage.
Auch trifft und beruhigt mich auf eine Weise die Darlegung, dass ein Körper, der so viel Gewalt ertragen hat, erschöpfter ist, als einer, der dies nicht erfahren hat. Ich bin traurig, dass meine Kapazitäten begrenzt sind UND beginne, gütig und mild mit mir zu sein, da ich es a b s o l u t verstehe, dass es so ist.
In diesem Sinne möchte ich auch etwas zu meinem Blick und Umgang mit meinen Eltern teilen.
Früher gab es Garfield, eine Komikfigur, von der ich einen Spruch sehr wichtig fand, ihn lange aufbewahrt habe: „Sie wollen nur mein Bestes – das kriegen sie aber nicht!“
Sie haben sehr, sehr viel von mir genommen.
Ich bin in der Haltung: Sie haben mehr von mir genommen als ihnen jemals zustand.
Insofern bleibe ich bei meinem Abstand – ohne Kontakt zu ihnen!
UND innerlich bin ich mittlerweile an einer Art „Ziel“ angekommen, welches meine Eltern in ihrem eigenen Schrecken sieht, OHNE damit irgendetwas machen zu wollen. Zu fühlen, dass ich sie liebe, dass ich ihnen auf ihrem Weg das Beste wünsche UND mich ENDLICH UMDREHE – INNEN!
An der Stelle spielt es keine Rolle, ob sie leben oder schon gegangen sind – INNEN sind und bleiben sie immer.
Ich bin sehr, sehr froh, allmählich nach jahrezehntelanger Auseinandersetzung, mich zusammensammeln … FRIEDEN in mir spüren zu können.
ALLEN ALLEN ALLEN hier HERZlichste beste Wünsche ******
Gesa Amupara
Liebe Gesa Amupara,
Wow, ich bin ganz doll beeindruckt von deiner Nachricht. Ich danke dir sehr für deine Offenheit, wirklich!
Und das ist ein super Spruch, den Garfield rausgehauen hat 👍👍
Alles Gute und Liebe für dich! Katharina
Seit wann gibt es denn bei Therapeuten die Ansicht, die Michaela Huber äußert, daß Kontaktabbruch nötig ist für die Heilung? Ich habe Jahrzehntelang Psychoanalyse und auch alternative Therapien gemacht und bin auf das Gegenteil gestoßen. Ja, alle wollten mich fit machen dafür , den Mißbrauch auszuhalten. so lange ist das ja auch nicht her. Immerhin lebe ich noch. Prof. Dr. Kutter zu.B. : Ich habe Sie immer gehaßt. Menschen wie Sie muß man hassen. Ihr Vater hat Sie gehaßt und ich hasse Sie eben auch. Und dann faselte er noch vom Ödipuskomplex, seinem Lieblingsgefasel. Meine erste Psychoanalytikerin, die weniger berühmt war, als ich sagte, ich halte es nicht mehr aus zuhause . Sie sind bis jetzt nicht daran gestorben. Klingt alles unglaubwürdig, aber ich erinnere mich genau an jedes Wort
Liebe Uta,
das weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass wir nicht in dem Umfeld heilen können, in dem wir geschädigt wurden. Und das ist für mich persönlich einer der wichtigsten Heilungswerte die ich umsetze.
Und es tut mir unfassbar leid, dass du dir das anhören musstest. Es macht mich extrem wütend zu lesen, dass dies passierte und noch immer passiert. Ich lese es hier immer wieder und könnte wirklich im Strahl kotzen!
Ich wünsche dir alles Liebe und Gute 💕
Ja, Katharina, auch in der Medizin und in der Psychologie, Psychotherapie grassiert die Täter-Opfer-Umkehr.
Um mit ähnlichen Worten zu sprechen: Ich kann nicht so viel essen, wie ich den Leuten, die so etwas tun, vor die Füße kotzen möchte. Als ich Utas Beitrag gelesen habe, ist mir die Luft weggeblieben.
Wir sollten gemeinschaftlich für neue, bessere Wege eintreten.
Danke, dass Du diesen Kongress ermöglichst hast und ich dabei sein kann.
Ich habe es leider auch bereits erlebt, die Täter-Opfer-Umkehr. Nicht nur in Therapie, sondern auch im privaten Umfeld. Es ist zum Schreieb!
Das Gute ist, dass Menschen wir wir ein Bewusstsein dafür bekommen und Andere aufklären können.
Die Gesellschaft hinkt beim Thema Missbrauch und wir stecken mit Aufklärung und Heilung noch in den Babyschuhen. Umso wichtiger, Pionier zu sein, den Mund aufzureißen und die eigene Meinung zu vertreten.
Ich fühle mich verbunden mit euch hier. Das ist so wundervoll 🙏🙏🙏
Liebe Uta,
das, was Du beschreibst kenne ich gut.
Bei den Hinweisen, ich solle doch endlich verzeihen, weil ich sonst nicht aus der Opferrolle komme, ich könnte ja nicht bis in alle Ewigkeit Opfer bleiben, bin ich fast explodiert. Das wurde sofort als negative Reaktion meinerseits ausgelegt. Heute bin ich froh mir treu geblieben zu sein, darüber meine Entscheidungen selber zu treffen, auch wenn es schwer war.
Über die Aussage von Prof. Dr. Kutter bin ich entsetzt. Das ist unentschuldbar.
Das tut mir leid, dass Du so etwas die anhören musstest.
Meine Güte.
Vielen Dank für dieses sehr gute Interview. Habe mich oft wiedergefunden und verstanden gefühlt.
Das freut mich aber sehr, liebe Anne 💕
Ganz anders Katharinas Gesichtsausdruck und Reaktionen – soo wohltuend für mich. Wenn beide gelacht hätten … hätte ich abgestellt.
Das ist ein sehr wertvolles Feedback. Danke dir!!!
Eigentlich soo interessant und wichtig … aber ich verstehe das Lachen zu / über abgrundtiefe(n) Sachverhalte(n) von Frau Huber nicht … es tut mir regelrecht weh … schwer erträglich für mich …
Ist das Unsicherheit oder ….was? Ich verstehe es nicht und würde es gerne.
Sorry.
Lachen – mein lieber Andreas – tut man oft, wenn es so schmerzhaft ist, so irre, so wahnsinnig, dass nur lachen irgendwie hilft. Vielleicht weil Lachen die einzige Ausdrucksform ist, um diesen Irrsinn zu begegnen.
Nicht umsonst, heißt es der traurige Clown.
Das könnte eine Erklärung sein. Manchmal sage ich: „Ich weiß gerade nicht, ob ich lachen oder weinen soll!“
Dennoch kann ich die Frage nicht für Frau Huber beantworten 🙂
Lieber Andres,
da habe ich noch etwas für dich zwecks dem Lachen. Ich habe erst vor kurzen die beiden Teile des Dokumentarfilms „Höllenleben“ auf meinen Kanal geteilt. Natürlich mit Triggerwarnung und Erklärtext dazu.
Und da habe ich noch etwas dazu mitgeteilt:
👉 „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“
Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse
Das erklärt dir vielleicht etwas mehr – warum gerade viele Betroffene manchmal einen Humor entwickeln. Weil alles andere hilft nicht. Sonst fällst du in den Abgrund. Verstehst du jetzt besser?
Lieben Gruß
Lieber Andreas,
die frage kannst du Frau Huber gerne einmal stellen, da ich leider keine Antwort darauf habe 😞
Auf ihrer Webseite gibt es Kontaktmöglichkeiten.
Danke, dass du hier dabei bist 🙏 Katharina
Genauso wie Andreas habe ich empfunden: das Lachen von Frau Huber bei unsäglich traurigen Themen war für mich extrem unangenehm. Ich kann es mir nur so erklären, dass sie durch den langjährigen Umgang mit dem Bösen eine Ironie entwickelt hat, um sich zu schützen. Früher war sie jedenfalls empathischer als jetzt – traurig…
Liebe Manuela Huber, liebe Katharina,
vielen lieben Dank. Ihr habt mir aus dem Herzen gesprochen und oft hatte ich das Gefühl, ich bin gemeint.
Zu so Vielem könnte ich etwas schreiben, werde mich aber auf wenige Themen beschränken, die mir gut tun und die mich weiter gebracht haben. Vielleicht kann die Eine oder der Andere etwas davon brauchen.
Innere Kinder:
Ich weiß nicht mehr, wie ich darauf gekommen bin. Am ehesten den Begriff aufgeschnappt und etwas entwickelt. Irgendwann habe ich begonnen mit den Kindern und Jugendlichen in mir zu sprechen. Also, mit den Versionen in mir, die sehr genau all das Schreckliche, das sie erlebt und überlebt hatten erzählen konnten. Heute verstehe ich mich als ihre Beschützerin. Manchmal sitzen wir zusammen auf der Gartenbank und ich höre mir an, was sie mir zu sagen haben. Als der Säugling in mir schrie und sich nicht beruhigen konnte… Spontan band ich mir ein großes Tuch um, wie ein Baby-Tuch und trug als wimmerndes Kind einen Teddy mit mir herum. Ich habe gesungen, geschaukelt, den Rücken gestreichelt, was eine Mama mit einem weinenden, verzweifelten Kind eben so macht… nach einem halben Tag kehrte Ruhe ein. In mir, und die Gewissheit, niemals mehr wird mir jemand so etwas antun. Auch, wenn das DAS nicht ausgesprochen werden konnte. Diese Zeit ist vorbei, das habe ich meinen inneren Kindern versprochen. Danach konnte ich klarer sehen, was ist Vergangenheit, was ist Gegenwart. Dafür bin ich sehr dankbar. Manchmal gibt es zum Beruhigen meiner inneren Kinder ein Kuscheltier oder eine wilde Toberei mit Rockmusik, Ballspiele, Märchen vorlesen… was gerade angesagt ist.
Ernährung:
Durch die fast täglich eskalierenden Gewaltausbrüche bin ich schwer krank geworden. Mehrere Autoimmunkrankheiten, die noch heute der Behandlung bedürfen.
Eine wichtige Erkenntnis war für mich, durch den Dauerstress in Familie und Schule, auch durch die Therapien der Erkrankungen, der medizinischen Maßnahmen, ungehobeltem medizinischem Personal, benötigt mein Körper wesentlich mehr Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und gutes Wasser als üblich. Auch der Hormonhaushalt gerät komplett durcheinander. (Glaubt mir bloß kaum jemand, bin ja keine Ärztin.) So habe ich begonnen hochwertige Supplements einzunehmen und meine Ernährung radikal umzustellen. Ich lasse alles weg, was mir und meinem Körper Stress bereitet. Bedeutet, ich ernähre mich frisch, meist vegan und selbst zubereitet, ohne Zucker, entzündungshemmend. Auch wenn das nicht die Heilung bedeutet, bringt es mir Ruhe und Stabilität.
Der Abbruch des Familienkontaktes, war das beste, was ich tun konnte. Vor über 30 Jahren stand mein Entschluss fest, mit Unterbrechungen: Ich bin lieber allein, als mich von dieser dysfunktionalen Bande terrorisieren zu lassen. Zuerst war es hart, weil mich Schuldgefühle überfluteten und ich mich allein kaum ertragen konnte. Sie anzuschimpfen, wenn mich eine(r) von ihnen trotzdem anrief, hat mir geholfen.Ich habe damals Halt gefunden bei Menschen, die meine Familie abgelehnt hätte. Diese Menschen haben, ohne es zu wissen, mein Leben gerettet.
Als einige Familienmitglieder starben, konnte ich endlich leichter atmen. So kann ich auch meinen inneren Kinder sagen: „Sie sind tot. Sie kommen niemals wieder! Vor denen seid ihr sicher!“
Ich schreibe das hier mal, obwohl es einen Tabubruch darstellt und ich deshalb schon einmal aus einer Gruppe geflogen bin:
Ich bin froh, dass sie tot sind!
Liebe Manuela Huber, Sie hätte ich gerne als Therapeutin gehabt. Schön, das Sie hier waren.
Sorry für den falschen Vornamen. Ich meinte natürlich Michaela Huber.
Liebe Andrea,
dieser Satz, „als einige Familienmitglieder starben, konnte ich endlich leichter atmen“. Den kann ich so gut verstehen – niemals würde ich dich dafür verurteilen. Ich kann das auch fühlen.
Bei mir leben alle noch, mittlerweile ist mir klar, dass sie auch deshalb noch leben – für MICH leben – damit ich mir noch ein paar Sachen abholen kann.
Ich hatte 4 Jahre keinen Kontakt mehr zu meiner Ursprungsfamilie, weil es nicht mehr anders ging. Trotzdem bin ich wieder zurück gekommen. Denn ich musste mir noch was abholen. Ich habe das ganz bewusst getan, und es gab Zeiten, da dachte ich, ich schnaufe es nicht mehr.
Ich habe die absolute Hardcore Nummer bewusst gewählt – dass ist echt nix für jeden. Kann ich nicht unbedingt empfehlen – für MICH war es trotzdem der richtige Weg.
Wie es sein wird, wenn sie eher sterben – ich weiß es nicht. Viele Jahre war ich davon überzeugt, dass ich dann endlich frei sein werde. Ich weiß es jetzt nicht mehr – man wird es sehen.
Aber verurteilen werde ich dich nicht – ich kann dich so gut verstehen. Und es wird Zeit, sich zu bekennen, es auszusprechen. Das es endlich Worte bekommt.
Liebe Grüße
🙏🥰
Du Liebe, Du Lieber,
vielen Dank für deine Antwort. Sie berührt mich sehr. Ja, wir brauchen Worte und Sichtbarkeit.
Wir können nur selbst für uns entscheiden und unseren Weg gehen.
Ich wünsche dir für deinen alles Liebe und die Kraft und das Licht, das Du brauchst.
Liebe Grüße, Andréa
Mein Gott, liebe Andréa, wie unglaublich toll du geschrieben hast. Ich habe geschwankt zwischen „Wow“ und Tränen in den Augen 🙏🙏
Da ist soooo viel Mehrwert drin. Ganz herzlichen Dank dafür.
Und ja, das ist ein Tabubruch und ich muss gestehen, und das habe ich öffentlich auch noch nie gesagt, ich bin ebenfalls erleichtert, wenn mein Täter die Erde verlässt. Dann weiß ich, da kann nichts mehr passieren.
Alles Liebe, Katharina 🩷
Vielen Dank! Es ist einerseits erschütternd, die Geschichten zu hören, auch die Folgen des Missbrauchs und zu realisieren, dass ich auch Betroffener bin.
Andererseits ist es so wohltuend, wie Michaela Huber die Wege der Heilung aufzeigt, wie sie trotz der Schwere des Themas noch Humor hat und mit ihrer Erfahrung Zuversicht vermittelt!
Vielen Dank!
Es freut mich sehr, dass du vom Interview profitieren konntest, lieber Stephan 🙏
Vielen herzlichen Dank für diese wunderschöne Interview!
Von Herzen 💕
Ein sehr heilsames Interview.
Vielen Dank dafür.
Sehr gerne 💕
Danke für Michaela Huber und ihrer stabilen und humorvollen Art!!!
So habe ich es auch wahrgenommen – danke,
Gott sei Dank hast du Michaela Huber dabei. Eine absolute Kapazität auf dem Gebiet von Missbrauch, Trauma und vor allem bei rituellem Missbrauch.
Ich bewundere sie, wie sie das schafft, bei diesen Abgründen und diesem systematischen Gequäle nicht selbst durchzudrehen. Endlich wird ihre wertvolle Arbeit mehr und mehr in die Öffentlichkeit gerückt. Neulich wurde sie von den Herren Hopf & Kettner interviewt. Es war für mich spannend anzusehen, wie beide Männer – die selbst Frauen und Kinder haben – sich diesem extremen Thema gestellt haben und wie sie gekämpft haben, nicht ihre Fassung zu verlieren. Beide haben Frau Huber eine große Plattform gegeben und versprochen, sie wieder einzuladen, wenn ihr neues Buch fertig ist. Auch Florian Homm hat mit ihr ein gutes Interview gemacht. Endlich werden diese Themen, diese Abgründe, für die Öffentlichkeit sichtbarer.
Denn es darf nicht sein, dass jeden Tag Kinder für diesen Irrsinn hoch traumatisiert werden. Das muss aufhören. Für die Kinder, die Frauen und die Männer.
Für uns, für die Menschheitsfamilie, für unsere gemeinsame Zukunft.
Was diese Frau dabei geleistet hat, mit ihrer Aufklärung, ihren Ausbildungen, ihrer wunderbaren Art, kann gar nicht hoch genug gewürdigt werden.
Danke, dass du sie ins Boot geholt hast.
Wenn Verena König die Königin der Traumatisierten ist, ist Michaela Huber die Kaiserin.
Sehr beeindruckend, wie Michaela Huber so treffend erklärt ohne das Wort Trauma zu benutzen. Trauma ist wahrscheinlich noch ein sehr abschreckender Begriff, der Menschen ggfs davon abhält, sich mit sich selbst zu beschäftigen.
Lieber Christian,
das ist eine spannende Sicht. Hast du eine Alternative zu „Trauma“, die du teilen möchtest? Ich frage aus eigenem Interesse. 🙂