Selten gewonnene Einblicke in die Arbeit eines Strafverteidigers – Gegen das Opfer, für den Täter?
Dieses Interview hat´s in sich. Im Gespräch mit Dr. Sascha Böttner tauchen wir tief in die Arbeit eines Strafverteidigers, also dem Anwalt, der die Angeklagten (mutmaßlichen Täter) verteidigt, ein. Ich stelle provokative Fragen, um herauszufinden, warum sich ein Mensch vermeintlich auf die Seite eines Täters stellt.
Auch will ich wissen, ob eine Anzeige immer Sinn macht, wie Eltern damit umgehen können, wenn ihr eigenes Kind betroffen ist und an welchen Stellschrauben unser Rechtssystem wackelt und hakt.
Dr. Böttner beantwortet meine Fragen ausführlich und erläutert zudem, wie er seinem jeweiligen Mandanten, sowie den Geschädigten, gegenüber steht und ob der oft genannte Vergleich zwischen Steuervergehen und Sexualstraftaten bezüglich des Strafmaßes aus seinen Augen, berechtigt ist.
Wenn du wissen willst, wie das deutsche Rechtssystem funktioniert und warum die Strafen für Täter von vielen Menschen als zu niedrig empfunden werden und du dich dafür interessierst, wie Täter ticken und in wie weit die „schwere Kindheit“ der Täter beim Strafmaß eine Rolle spielt, dann lass dir dieses absolut empfehlenswerte Interview keinesfalls entgehen!



















































33 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Liebe Katharina,
vielen herzlichen Dank für dieses Gespräch.
mir war neu, dass es tatsächlich Kernpädophile gibt, die mit dieser Präferenz geboren werden.
Weißt Du zufällig, wieviel Prozent der Täter so sind?
Ich nehme an, dass es sich bei den pädokriminellen doch eher um Machttäter handelt, die sich an Überlegenheit und Gott-Spielen (Herr über Leben und Tod sein) etc. aufgeilen.
Zum Thema Vergebung: meiner Erfahrung nach geschieht sie oder sie geschieht nicht. Man kann sie nicht herbeizwingen. Und sie ist auch nicht notwendig, um selbst zu heilen.
Liebe Grüße
Astrid
Liebe Astrid,
zur Vergebung: Das sehe ich genauso 🙂
Ich habe gegooglet: International 3-9% der Männer geben Neigungen und se*uelle Phantasien mit Kindern an. Uff, das ist verdammt viel 🤢 Puh!!!
Ob das dann eine angeborene Kernpädophilie ist, konnte ich auf die Schnelle nicht rausfinden. Dazu könntest du selbst einmal googlen 🙂
Liebe Grüße <3
Hallo -ich mag jetzt doch auch meine Erfahrung teilen.
Vor ca 30 Jahren habe ich begonnen, mich zusammenzusuchen, – zu setzen…
Für mich ist es ein Wunder, dass ich meine Kindheit überlebt habe und noch da bin. Diese vielen Jahre des EntDeckens, Aufräumen… waren sehr anstrengend. Erinnerungen an die diversen Horror-Erfahrungen fehlen – es fing alles sehr sehr früh an.
Letzte ‚Details’sind erst rausgekommen als 1. längst alles ‚verjährt‘ war und 2. eine Krankenhaus Akte als ‚Beweismittel‘ nicht mehr existierte.
Unterm Strich bin ich froh, der ‚Versuchung‘ entgangen zu sein, ein Verfahren anzustrengen – weil:
. meine ‚Familie‘ mir ja immer schon zu verstehen gegeben hat, dass ich nicht zähle – dabei wär es hin wie her geblieben
. es für mich darum geht, aus der TäterOpferDynamik rauszukommen – was in meinen Augen schwerlich funktionieren kann, wenn unser System auf jeder Ebene auf dieser Dynamik aufbaut – eben insbesondere die Wahrnehmung und der Umgang mit Gewalt (allein, dass so etwas ‚verjähren‘ kann empfinde ich als in sich schon vollkommen absurd) – Kämpfen ist die Hauptbeschäftigung in dieser Dynamik
. ich – so wie im Interview erwähnt -auch davon ausgehen, dass ich (des Öfteren) wieder geboren werde – diesbzgl für mich diverse Hinweise meiner letzten Existenz habe – die grauenvoll endete – was ich E N D G Ü L T I G überwinden will … Kurz gefasst, ich wundere mich nicht, dass ich diese Eltern gewählt habe…
. auch diese Eltern Gruseliges erfahren haben OHNE die Kurve zu bekommen, da auszusteigen. Ich habe mit meinen Therapieren etc begonnen, als sich in mir ua denkwürdige Stimmen gemeldet haben („ich Dreh… den Hals um… „). Ich war sehr erschrocken – und bin sehr, sehr dankbar, das gemerkt zu haben UND zu entscheiden, dass da wohl was gründlich schief läuft UND ich Hilfe brauche!
Meiner Wahrnehmung nach kommen wir mitHauenUndStechen / StrafenBelohnen nicht raus aus der Verstrickung – weder individuell noch gesellschaftlich noch sonstwo.
Außerdem brauche ich sehr viel Energie, WIRKlich MICH im Blick zu behalten, um ENDLICH WIRKlich MEIN Leben zu gestalten – dabei behindert mich persönlich jedes kleinste (ImmerNoch) Ringen mit meinen Eltern enorm.
Ich möchte wirklich sagen: Das habe ich erfahren, und JETZT geh ich so und so da und da lang anstatt dass meine Erfahrung so groß bleibt, dass sie meinen Weg bestimmt.
So ungefähr… HERZliche Grüße an alle und die besten Wünsche ******
Liebe Gesa Amupara,
danke für deine Äu0erungen, die Dinge zu sehen 🙂
Herzlichst, Katharina
Warum kann ich das Interview nicht abspielen?
Hallo Samuel,
das kann ich dir leider nicht beantworten. Vermutlich liegt es an einem Blocker deines Computers. Vielleicht probierst du es einmal in einem anderen Browser aus!?
Viele Grüße, Katharina
Danke für das mutige Interview, liebe Katharina. – Auch von Herrn Böttner. Es ist schon interessant die andere Seite zu hören. Ich sehe es ähnlich wie Herr Böttner, dass eine Anzeige bzw. die Bestrafung des Täters nicht herausragend zum Heilungsprozess beiträgt.
In meinem Prozess war die Tat verjährt. Und als ich meinen Täter anschaute, konnte ich spüren, dass da nichts zu holen war. Er übernahm keinerlei Verantwortung für seine Taten. Aber ich hatte auch nicht das Gefühl darum kämpfen zu müssen, dass er endlich Verantwortung übernimmt.
Was das Thema Vergebung angeht.. Vielleicht müsste man sich erst einmal darüber verständigen was jeder für sich darunter versteht.
Ich bin nicht der Ansicht, dass Vergebung zwingend nötig ist, um seine Traumata zu verarbeiten oder gar als einzigen Heilungsweg (am Anfang, Mitte oder Ende) „anzupreisen“. Ich empfinde die Behauptung man muß vergeben übergriffig und unangemessen den Betroffen gegenüber.
Letztlich kann hier jeder selber herausfinden und entscheiden ob er/sie den Menschen vergibt die einen traumatisiert haben. Das steht jedem frei!
Ich bin eher der Ansicht Heilung entsteht in mir selbst mit der entsprechenden (traumatherapeutischen) Unterstützung. Die tatsächliche Herausforderung den Fokus weg von den TäterInnen. Hin zum eigenen Ich und zu fühlen und zu verarbeiten was geschah, um dann endlich ganz bei sich ankommen zu können.
Liebe Grüße – Christiane
Liebe Christiane,
ich sehe es wie du mit der Vergebung. Jeder Mensch darf seinen eigenen Weg mit seiner Biografie finden 🙂
Liebe Grüße, Katharina
Danke für das ausführliche Aufklären der rechtlichen Seite! Das einzuordnen hilft ungemein.
Schwierig fand ich das Vergeben so hoch eingeschätzt wurde.
Meine Sorge ist, dass der sehr wichtige Schritt der Wut gegen den Täter übersprungen wird.
Ich verstehe, dass wenn man zum Frieden/ Vergebung kommt das Leben friedlicher und gelassener wird.
Liebe Christiane,
ja, das mit dem Vergeben darf wirklich jeder Mensch für sich einordnen 🙂
Liebe Grüße, Katharina
Wow Katharina,
toll dass du dieses Interview geführt hast und so toll. Das hast du wunderbar gemacht, dass die „Andere“ Seite da mal zu Wort kommt.
Vergebung ist nicht Vergessen und Vergebung kann ruck zuck in spirituelles Bypassing rein gehen.
Ich kenne so viele, die meinen Vergeben zu haben. – Ne – haben sie nicht. Je mehr sie es behaupten – ist meine Beobachtung – nix ist da tatsächlich in der Tiefe gelaufen.
Vergebung ist ein schwieriges Thema. Einer meiner Lehrer hat immer gesagt,
„Vergeben kannst du erst, wenn du vorher angegriffen hast.“
Dem stimme ich zu.
Zu meiner eigenen Geschichte:
Im großen und ganzen bin ich gut dabei. Aber es gibt immer wieder Momente, da könnte ich sie in der Luft zerreißen. Und dazu stehe ich.
Liebe Katharina!
Danke.
Ich schätze Deine Präsenz, Dein authentisches DA Sein, Dein Mitfühlen und Deine Klarheit in der Du Fragen stellst.
Danke, dass Du dieses Interview geführt hast. Es hat den letztendlichen Ausschlag gegeben, dass ich den Kongress gekauft habe.
Für mich ist es so wichtig, dass viele Seiten beleuchtet werden und die Informationen die Herr Böttner gegeben hat finde ich wertvoll. Auch seine Art und auch die Problematik die in unserem Rechtssystem liegt kam für mich deutlicher zum Vorschein.
Das Thema mit der Vergebung war für mich nie eines. Denn ich habe da NICHTS zu vergeben. Das überlasse ich den Tätern, die für ihre Handlungen verantwortlich sind.
auch Jesus am Kreuz hat seinen Peinigern nicht vergeben; er hat Gott gebeten ihnen zu vergeben.
Ich übe mir meine Selbstverurteilungen etc. zu vergeben. Das kann ich tun.
Ich habe rituelle Gewalt überlebt.
Herzliche Grüsse
E-M
Hallo E-M,
danke für deine wunderbaren Worte, vor allem über dich selbst ❤️
Danke, für deine Klarheit!
Erstmal auch von mir danke, auch für dieses sehr aufreibende Interview.
Man kann die Art eines Menschen und seine Art, Tatsachen in Worten auszudrücken, ja finden, wie man will…
Aber ich denke, wichtig ist es, das Thema und Gesagtes nicht persönlich zu nehmen bzw wenn man merkt, dass es zuviel wird und retraumatisierend wirkt (warum auch immer), seine eigene Grenze zu ziehen und das Interview nicht weiter anzuhören.
Herr Böttner vermittelt, wie das Rechtssystem funktioniert und tickt.
Sich darüber zu ärgern, ist wie den Überbringer der schlechten Nachricht den Löwen zum Fraß vorzuwerfen…
Ich finde das Interview wichtig und gut in diesem Kongress und habe auch einige sachlich neue Informationen daraus mitgenommen.
Natürlich war ich an manchen Stellen auch getriggert, hab das eher für mich als Indikator genommen, noch einmal sicher zu sein, dass ich die Tat nicht offiziell anzeigen werde, weil klar ist, was für mich emotional passieren würde in einem Prozess innerhalb unseres sehr sachlichen und wenig menschlichen Rechtssystem bei diesem Thema, wenn mich schon nur die Information eines Strafverteidigers so anstrengt.
Insofern war es wichtig und gut, das zu hören und zu spüren, weil ich mich immer noch gefragt habe, ob ich es doch anzeigen soll und nun ein klares „nein“ dazu spüre.
Und mir ist auch die Wichtigkeit und Aufgabe des Stadtverteidigers nochmal anders bewusst geworden, da wie er erklärt hat, manchmal das Opfer ja auch neben dem Strafverteidiger sitzt, wenn zb jemand nur behauptet, dass Missbrauch stattgefunden hätte, um Geld zu kassieren usw.
Ich fand die Informationen aus dem Interview wichtig und finde es gut, dass jemand bereit ist, sich den Reaktionen aus dem polarisierenden Thema zu stellen.
Und ja, ich musste auch an manchen Stellen über persönliche Noten schlucken.
Aber jeder hat seine eigene Art zu sprechen.
Und man kann ja als Zuhörer jederzeit ausschalten, wenn es einem persönlich zu viel wird und sich auf anderem Wege erkundigen, über die Fragen, die man hat zu dem Thema.
Hallo S,
du glaubst gar nicht, wie dankbar es mich stimmt, dass du mithilfe des Interviews eine gute Entscheidung für dich treffen konntest- Toll!
Für deine Worte sage ich danke und auch dafür, dass du hier bist.
Herzliche Grüße, Katharina
Ich fand das Interview gut.
Das mit der Vergebung fand ich richtig schlecht.
Ich habe mal eine Frau kennengelernt, die im KZ ehrenamtlich Führungen macht. Die war schon auf vielen Veranstaltungen mit bedeutenden Psychologen und Psychiatern aus der USA und hat sich intensiv damit auseinandergesetzt.
Hier die Lösung, die sie mir gesagt hat:
Die Psyche braucht die Schuld. Die ist sogar wichtig für die Psyche.
Man muss sich aber selber einen abstrakten objektiven Schuldbegriff definieren, also unabhängig von Beweisen, Verjährungszeiten, unabhängig von dem, was die Polizei/das Gericht feststellt, etc.
Die muss die Täteraspekte und Opferaspekte berücksichtigen und denen gerecht werden. Das gerecht ist wichtig. (Ich habe es mir als „Münze“ gemerkt. Eine Münze hat zwei Seiten. Die Opfersicht und die Tätersicht sind in der Regel eine andere. Man bekommt sie in der Regel nicht deckungsgleich. Das ist aber möglich, wenn man sich das Ganze abstrakt wie eine Münze vorstellt, die zwei Seiten hat, die zwischen Täter und Opfer steht.
Es ist wichtig, dass die eigene Sicht erhalten bleibt und dass dies objektiv festgestellt werden kann. – So einen Schuldbegriff muss man sich ausdenken, denn das kommt sonst von nirgendwo.)
Die objektive Schuld des Täters beleibt immer bestehen. Die bleibt immer bei ihm. Immer.
Es ist wichtig, dass man sich das klarmacht.
Erst dann kann die Psyche in die Heilung gehen. Man kann vergeben, damit man selbst davon befreit ist.
Das tangiert aber den Täter und seine Schuld nicht.
Wenn wieder etwas auftaucht, dann kann man wieder zurück zum Prozess.
Das Gespräch mit dieser Frau hatte ich lange Zeit vergessen. Ich habe mir das alles nur gemerkt, weil ich es spannend fand.
Als ich später meine eigenen schweren Traumata fand, ist es mir wieder eingefallen.
Bei der Hypnosetherapie habe ich richtig gemerkt, dass der „Schaden in der Luft hängen würde“, wenn ich sofort in der Vergebung gehen würde. Um die Geschichte richtig zu verarbeiten, braucht es diese Zuordnung zur Tat und zur Tat gehört der Täter.
🙏🙏 In meinen Augen ist dieses „Es gibt keine Schuld, nichts Böses usw.“ aus einer spirituellen Blase entstanden, die nichts mit der Realität zu tun hat. DANKE daher für deine Klarheit, liebe Regina!
Hallo Katharina, ich habe es nun auch nicht mehr ertragen, das Interview bis zum Ende anzuhören. Wahrscheinlich muss mann so sachlich über das ganze sprechen, um diese Arbeit machen zu können. Für mich hat sich eher ein Ohnmachtsgefühl bestätigt. Aber danke trotzdem für Deine Bemühungen.
Ich wünsche trotzdem allen eine gute Nacht 🙏.
DANKE, dass du dich ernst genommen hast. DANKE, dass du aus gemacht hast! Das ist gut und wertvoll, um dich zu schützen! 🩷
Ich finde diese Beitrag total wichtig und mag DANKE sagen, dass wir auch die Sichtweise eines Strafverteidigers mal anhören und kennenlernen konnten.
Aus eigner Erfahrung als Betroffene weiß ich sehr gut, wie unglaublich schwer und psychisch belastend der Weg durch so ein mehrjähriges Sexualstrafverfahren ist. Klar – als Betroffene*r fühlt sich so ein Strafverfahren ungerecht und schrecklich und untransparent an, aber im Strafverfahren geht’s darum, herauszufinden, ob eine Tat rechtswidrig begangen wurde oder nicht.
Es ist beruhigend (für mich), zu wissen, dass es mittlerweile einige Gesetzte und Möglichkeiten gibt, die uns Verletzte schützen.
Sich als Verletzte*r mit Verfahrensabläufen und Opferschutz zu befassen, hilft (mir) sehr dabei, sich auf so ein Verfahren vorzubereiten, da einem in der Regel nicht erklärt wird, wie die „Spielregeln“ funktionieren und welche Aufgaben die einzelnen Mitspieler (Verfahrensbeteiligten) haben. Jeder (Opferanwälte, Staatsanwaltschaft, Gericht, Verteidiger und (v.a. Opfer-)Zeugen) hat seine wichtige Rolle und Aufgabe im Strafprozess.
Deshalb fand ich es sehr spannend und wichtig von Dr. Böttner zu hören, dass die meisten Strafverteidiger*innen die verletzten Zeuginnen*Zeugen nicht in die Mangel nehmen, auseinandernehmen – denn davor hat man dann ja auch oft große Angst bei seiner Zeugenaussage.
Über die Strafe/das Gerichtsurteil können wir nicht entscheiden, aber in einem Prozess zur Wahrheitsfindung maßgeblich beitragen. Und ich kann mir überlegen, warum ich diesen Weg oder einen anderen gehen will: vllt., um für mich einzustehen oder mich meinen Ängsten zu stellen, für mich zu kämpfen und um mich nicht mehr hilflos/ohnmächtig und wie ein Opfer zu fühlen. Damit die Tat keine Macht mehr über mein Leben hat… 😉
Danke! Für deine interessante Sichtweise, auch aus deiner eigenen Erfahrung heraus 🙏
Ich kann mich den beiden anonymen Kommentare überhaupt nicht anschließen!
Ich fand den Mann sachlich und sehr informativ – und eigentlich auch supersympatisch, Dir seine Zeit zu Verfügung zu stellen (er hat ja vermutlich keinen Werbeeffekt davon, wie etliche andere).
Also auch von mir: Vielen Dank, Herr Böttner!
Katharina W.
Liebe Katharina,
das stimmt, Herr Böttner hat nichts davon, mir seine Zeit zu schenken. Ich habe ihn tatsächlich einfach angerufen, von der Vision erzählt und gefragt, ob er Lust hat, mich dabei zu unterstützen. Und seine Antwort war „Ja, natürlich. Hoffentlich hassen mich die Leute danach nicht!“ Also auch ihm ist bewusst, dass er hier massiv polarisiert.
Danke für deine Sichtweise! 🙏
Das StrafVerfahren war so enorm anstrengend und massiv belastend…und in jedem kleinsten Detail wird man auseinander genommen. Als „Opfer* haben / hatten wir so viel weniger Rechte als während des Prozesses die Täter-innen es hatten.
Schlussendlich brach ich ab.
Es hat mich viel zu fest betroffen gemacht, das Unrecht immer weiter zu tragen..und immer und immer wieder als unglaubwürdig zu gelten obwohl zig Beweise da waren…
Und dann kamen da noch die Verjährungsfristen dazu.
Entschuldige es ist und war so wiederlich.
Es hat uns noch mehr entwürdigt.
Vieles was der Herr Böttner sagt ist sehr schmerzhaft und triggernd (zbsp: die Räume werden abgehört / unter Folter gemachte Aussagen sind nicht verwertbar uvm.)
Ja ich setze mich damit auseinander aber wir haben das juristische System ist so kalt, mitgefühlslos, knallhart und oft extrem retraumatisierend für Traumabetroffene.
Hallo L,
und genau deswegen ist dieses Interview Teil des Kongresses, auch wenn es nicht angenehm ist und keinesfalls schmeichelt! DANKE, dass du deine Sicht teilst, das ist so wichtig, damit andere Betroffene „vorgewarnt“ sind.
Es tut mir weh zu lesen, was dir widerfahren ist und ich erinnere mich daran, wie ich nach dem Interview mit Dr. Böttner fassungslos auf meinem Stuhl saß und laut vor mich her sagte:“ Wie krank ist eigentlich dieses System?!“
Ich hoffe es gibt Betroffene, die andere Erfahrungen machen, die den Prozess als eine stärkende Reise erleben dürfen, statt „zerfleischt“ zu werden.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft und alles Liebe, Katharina
Ich habe mir vergeben, nur für mich. Vergessen werde ich nie, doch wenn ich es in der Therapie in eine schwere Erinnerung komme ist das mein Weg.
Ich habe aber den Tätern nicht vergeben, denn sie habe mir viel angetan.
Ja, das verstehe ich so gut, liebe Evi, dass du den Tätern nicht vergeben hast 😔 Und es ist schön zu lesen, dass dir aber vergeben konntest 💙
Ich habe nach dem Schauen des Videos einige Stunden gebraucht, bis ich jetzt einen Kommentar dazu schreibe. Meines Erachtens nach gehört dieses Video nicht in diesen Kongress, da die Brutalität, das Negieren des Erlebens derjenigen, die Traumata erlebt haben, die absolute Solidarisierung mit den Tätern, das Waschen der eigenen Hände in Unschuld und die Emphatielosigkeit zu Retraumatisierungen führen können. Wer die Stimme der Täter hören möchte, ist hier genagu richtig. Dr, Sascha Böttner wirbt auf seiner Webside gerade damit, Sexualstraftäter zu verteidigen und was er alles für sie tun kann. So jemanden sollte keine Plattform gegeben werden.
Liebe Anonymous,
ich brauche auch ein bisschen Zeit, um mich zu sammeln. Ich weiß, dass dieses Interview polarisierend ist! Ich weiß aber auch, dass es viele Menschen gibt, die sich bestärkt gefühlt haben, endlich eine Anzeige zu machen!
Seinen Aussagen stimme ich nicht zu 100% zu und ich musste einige Male schlucken, gleichzeitig möchte ich eine Bandbreite aufzeigen. Auch Strafverteidiger gehören zur „Akte Missbrauch“. Ob man sich diesen Beruf für sich selbst vorstellen kann oder nicht, darf jeder selbst entscheiden. Ich für meinen Teil könnte das natürlich nicht, gleichzeitig finde ich es wertvoll zu wissen, wie Täter ticken und da ist ein Strafverteidiger sicherlich die beste Adresse, um an diese ungeschönten Informationen zu gelangen.
Es tut mir sehr leid, sollte sich jemand retraumatisiert fühlen. Das ist sicherlich nicht meine Absicht.
Dieses Interview ist ein krasser Gegensatz zu den anderen, dessen bin ich mir bewusst. Und ich hoffe, dass du ein gutes Ventil findest, deinen Unmut, deine Wut (?) und diese aufreibenden Gefühle zu leben und sei es hier im Kommentarbereich.
Ich hoffe, ich habe ein wenig verständlich machen können, was mich dazu bewegt hat, auch diese Seite zu beleuchten, die uns Betroffenen oft nicht gefällt und massiv triggern kann.
Herzlichst, Katharina
Boah, das nervt ja echt! Diese Predikt von der „Vergebung“. So ein Quatsch! Vergebung kann man nicht erzwingen und dazu sollte man sich auch nicht selbst zu nötigen versuchen. Es gibt Dinge, die sind nicht unbedingt verzeihbar und trotzdem kann man selbst in Frieden und Klarheit mit der Sache kommen.
Hey Anonymous,
ich stimme dir zu 100% zu! Danke für deine Klarheit! 🔥
Herzlichst, Katharina
Hier einmal die verschiedenen Verjährungsfristen:
https://www.123recht.de/ratgeber/strafrecht/Die-unterschiedlichen-Verjaehrungsfristen-von-Sexualdelikten-wie-Vergewaltigung,-Missbrauch,-Noetigung-etc-__a130200.html
Ganz herzlichen Dank, liebe Elaine!